Evangelische Kirchengemeinde
Sassenberg





Geistliche Bläser gesucht

Ein Posaunenchor ist eigentlich eine „typisch evangelische Angelegenheit“. Den gibt es in der Gemeinde zwar nicht, aber der ehemalige Leiter des Freckenhorster Posaunenchors, Christian Siegmund, lebt in Sassenberg und würde in seiner Heimatstadt gerne das Reformationsjahr mit geistlicher Bläsermusik bereichern. Dazu sucht er noch Mit-Bläser, damit zumindest vier Stimmen zu besetzen sind. Die Stücke passt er dem Leistungsstand an. Im Wesentlichen soll LutherMusik auf dem Programm stehen, aber bei entsprechender Begeisterung könne auch ein größeres Stück hinzukommen. Wer Lust hat, mit anderen Bläsern gemeinsam geistliche Musik zu machen, kann sich direkt bei Christian Siegmund melden, Telefon 02583 / 91 97 99. (UvB)

  berichtet am 20. Januar 2017:

Taufschale aus Kirche gestohlen




Pfarrer Michael Prien zeigt die leere Holzstele,
in der die Taufschale normalerweise liegt.
Als Ersatz muss vorläufig eine Glasschale
dienen. Foto: Ulrich Lieber


Pfarrer Michael Prien kann es eigentlich immer noch nicht so recht glauben. „Unsere Taufschale ist gestohlen worden“, sagt er und zeigt die leere Holzstele in der Gnadenkirche. Aufgefallen ist es ihm am 9. Januar, doch der Diebstahl müsse sich bereits vor Weihnachten ereignet haben.
Von Ulrich Lieber

„Wir hatten in der Adventszeit keine Taufe, aber wir hatten täglich von 8 bis 18 Uhr eine offene Kirche.“ Das sei seit vielen Jahren so, und bislang habe es auch noch nie ein Problem gegeben. „Wir hatten weder Vandalismus noch Diebstähle “, sagt Prien.
Dass der Diebstahl erst so spät aufgefallen ist, liegt daran, dass die Schale häufiger zum Putzen aus der Stele genommen wird. Als sie aber auch nach Tagen nicht wieder auftauchte, fragte Pfarrer Prien bei der Putzkraft nach, allerdings vergebens. „Ich habe gestern Anzeige bei der Polizei erstattet“, berichtet Prien. Viel Hoffnung hat er zwar nicht, aber wenn irgendwo mal Diebesgut gefunden werde, könne die Schale zugeordnet werden.
Ideeller Wert nicht messbar.
Die Taufschale besteht aus vergoldetem Messing und ist zwischen 1898 und 1914 vom königlichen Hoflieferanten Assmann in Lüdenscheid-Berlin hergestellt worden. Es ist eine runde Schale, im Spiegel ist eine Taube mit Strahlenkranz. Die Inschrift auf der Fahne lautet: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes, Ev: Marc: 10,14“. In Warendorf gibt es eine entsprechende Schale.
„Die Schale ist kein Unikat, sie wurde mehrfach produziert. Der materielle Wert dürfte zwischen 600 und 800 Euro liegen, aber der ideelle Wert ist nicht zu ermessen“, erklärt Michael Prien. Die Polizei habe ihm mitgeteilt, dass es im Internet ein Portal gebe, auf dem gestohlene Sakralgegenstände angeboten würden. Dennoch seien die Polizisten überrascht gewesen, und auch die Landeskirche sei wenig begeistert. Dort gibt es bislang einen weiteren Diebstahl. Improvisation ist gefragt.
Die Taufschale befand sich seit der Einweihung der evangelischen Gnadenkirche im Jahr 1952 in Sassenberg. „Sie wurde zuvor auf Reisen in der Diaspora genutzt und von Ort zu Ort mitgenommen. Sie war nicht einer bestimmten Kirche gewidmet.“
Für Pfarrer Michael Prien kommt dieser Diebstahl überraschend, denn damit hätte er auf dem Lande nicht gerechnet. „Wir müssen jetzt mal schauen, ob es im Fundus der evangelischen Kirche noch eine Taufschale für uns gibt, die optisch dazupasst. Eventuell aus einer geschlossenen Kirche.“
Bis es einen Ersatz gibt, muss Pfarrer Prien ein wenig improvisieren, denn am Sonntag ist wieder eine Taufe in der Gnadenkirche. „Wir werden erstmal eine Glasschale verwenden.“