Jubiläum ist etwas ganz Besonderes – 60 Jahre evangelische Kirche

Sassenberg – Fast auf den Tag genau ist es 60 Jahre her, dass die evangelische Kirche ihr Kirchweihfest feierte. Es war am 5. Oktober 1952, und so freute sich Pfarrer Michael Prien an diesem Sonntag über den runden Geburtstag. „Dieses Kirchweihjubiläum ist etwas Besonderes. Aber haben wir nicht gerade erst die 50 Jahre gefeiert?“, fragte Prien und machte deutlich, wie schnell die Zeit vergeht. Von Ulrich Lieber

 

Nach einem gemeinsamen Erntedankgottesdiensts hatte Prien ins evangelische Gemeindehaus zu einem kleinen Empfang geladen. In seiner Ansprache zeigte er auf, welche Aufgaben der Pfarrer in der Kirche hat. Es gebe viele Anlässe neben dem Sonntagsgottesdienst, und er zählte unter anderem Trauungen, Beerdigungen und Schulgottesdienste auf.
Die Kirche sei nach dem Zweiten Weltkrieg als ganz einfacher Kirchbau mit einfacher Ausstattung gebaut worden, denn damals seien viele Kirchen für die Vertriebenen errichtet worden. „Vor dem zweiten Weltkrieg gab es 36 evangelische Christen in Sassenberg, davon lebte einer in Füchtorf“, berichtete Prien. Das änderte sich dann schlagartig, so dass die Kirche notwendig wurde.

 

Helga Mai erinnert sich noch gut an die Zeit des Baus. „Ich war als Kind immer neidisch auf die katholischen Schüler, weil die eine tolle Kirche hatten.“ Sie sei damals elf Jahre alt gewesen und dann habe die Mutter gesagt: „Wir bauen eine Kirche.“ Und die Betonung habe auf „Wir“ gelegen. Das sei für alle Protestanten eine große Freude gewesen.
Pfarrer Prien zeichnete noch einmal den Weg der Kirche in den vergangenen 60 Jahren nach und berichtete von den zahlreichen Renovierungen. Zuletzt habe es auch einen neuen Anstrich und damit neuen Glanz gegeben. „Viel wurde dabei durch Spenden erreicht“, dankte er den Gemeindegliedern. Und es stehen noch weitere Arbeiten an, denn auch die Fenster müssen renoviert werden, da sie zu viel Wärme abgeben. „Im Winter bilden sich Eisblumen, so was hatten ich früher als Kind zu Hause“, schmunzelte Prien.

 

Passend zum Geburtstag hatte Gudrun Böttcher eine Fotoausstellung auf die Beine gestellt, die an die Zeit des Baus, aber auch an viele schöne Ereignisse in der Kirche erinnerte. Sie erläuterte die Fotos und lud dann zu einem Streuselkuchen nach altem Rezept ein. Als Überraschungsgast tauchte dann noch Martin Luther – alias Martin Lerchner – auf, der in Reimform seine Glückwünsche überbrachte. Gereimt hatte aber Eva Maria Schmitz, Lerchner trug es im Luther-Dress gekonnt vor. Zum Abschluss überreichte er Pfarrer Michael Prien einen Apfel, aus dessen Samen ein Apfelbaum gepflanzt werden soll.

 

Vor 60 Jahren entstand die evangelische Gnadenkirche. Pfarrer Michael Prien und Kirchmeister Gerhard Schütz feierten dies beim Kirchweihjubiläum am Sonntag. Foto: Lieber